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Sommerfahrt Skandinavien (Lappland)

vom:
28.06.2008
bis:
20.07.2008
wer:
Sippe Dunedain

Samstag 28.06.2008

Abfahrt in Aachen, als der Tag gerad begann, dann noch schnell Gas tanken und ab auf Autobahn Richtung Essen. Kurzer Zwischenstopp gegen 2 Uhr bei Christianes Mutter, dann Falk einsammeln. Die Truppe war nun vorerst vollständig mit Smeagol, Christiane, Falk, Pille und Mozi. Auf Hüni trafen wir erst in Schweden.
Tour ab Essen übernahm Christiane mit Tankstopp in Münster.
Der Rest wechselte von hellwach nach schlafend wie ein Stein. Zwischendurch einstündige Ruhepause, danach übernahm Smeagol wieder.
Einstündige Ruhepause, dann weiter bis zum nächsten Tankstopp kurz vor dem Elbtunnel in Hamburg mit Kaffeepause ca. 8:40 Uhr.
Wir setzten die Reise fort, unterbrachen noch mal fürs Frühstück.
Schließlich Ankunft auf Fehmarn und Schlangestehen vor der Fähre. Nach ca. halbstündiger Wartezeit fuhren wir als letztes Auto auf die 12:15 Uhr Fähre nach Rødby,
Die Überfahrt ging zügig, um 13:15 Uhr befuhren wir dänisches Territorium.
Das Wetter wurde nicht besser, schon wieder Nieselregen.
Die Truppe verschlief die Durchfahrt durch Dänemark fast komplett und um 15:20 Uhr fuhren wir als eins der letzten Autos auf die Fähre von Helsingør nach Helsingborg.
Um 15:43 Uhr befuhren wir schwedischen Boden.
Nachdem wir umsonst, die, im Internet als LPG Tankstelle bezeichnete Tankstelle in Högenäs angefahren hatten, suchten wir uns einen Rastplatz fürs Mittagessen ca. 17 Uhr.
Das Wetter wurde besser, Sonne, 21 °C.
Gegen 20 Uhr Ankunft in Jönköping, wo es galt Hüni zu suchen und schließlich auch zu finden.
Nach kurzem Aufenthalt ging die Reise noch ein Stück am zweitgrößten See Schwedens, dem Vätternsee entlang, bis ein geeigneter Schlafplatz gefunden wurde.
Die Fahrt gestaltete sich als sehr abenteuerlich: entlang der Autobahn sahen wir immer wieder Rehe und schließlich hatten wir Jelück und entdeckten einen Elchbullen.
Als wir dann irgendwann die Autobahn verließen uns auf kleineren Dorfstaßen nach einem See mit Schlafplatz zu suchen, lief uns ein sichtlich verwirrter kleiner Fuchs über den Weg. Drei Kurven weiter gerieten wir in eine Kuhherde mit vielen Kälbern und einem kampfeslustigen Bullen, die sich nicht von der Straße bewegen wollten. Als wir es jedoch endlich geschafft hatten, begegneten uns kurze Zeit später noch zwei Füchse und eine Elchkuh, die sichtlich verwirrt vor uns aus dem Wald eierte und wieder in ihm verschwand.
Schließlich erreichten wir einen Badeplatz an einem See, an dem wir, mit Erlaubnis der Nachbarn, unser Nachtlager aufbauten.
Einige gingen schwimmen, Falk fotografierte.
Gegen 0:15 Uhr gab es endlich den lang ersehnten Milchreis mit Kirschen, anschließend schlummerten wir tief und fest.



Sonntag 29.06.2008

Gegen 4 Uhr wachte Christiane auf und ihr bot sich ein wundervoller Anblick draußen. Über dem See lagen Nebelschwaden und am Horizont stieg die Morgenröte auf.
Dennoch wurde noch bis 10 Uhr geschlafen.
Nach ausgiebigem Frühstück machte die Truppe sich um 12 Uhr wieder auf die Reise, man befand sich in der Nähe von Boxholm.
In Linköping kurzer Einkaufs- und Tankstopp, schließlich gibt’s keine Schwedenfahrt ohne das Polarbrot Hönökaka.
Die Fahrt ging weiter, wir umfuhren Stockholm großräumig über Land und fuhren erst in Uppsala wieder auf die E4.
In Hagsta der nächste größere Stopp zum Essen und Tanken. Hier schien die Sonne, und die Möwen und Spatzen warteten auf unsere Reste.
Es Ging weiter und das Europameisterschaftsendspiel rückte immer näher und die Herren auf den hinteren Reihen wurden immer nervöser und schrieen bei jeder Kneipe auf.
Schließlich fuhren wir Sundsvall an, wo ein Teil der Weggefährten in einer Sportsbar mit ansehen muss, wie die Spanier 1:0 gewannen und die Schweden sich darüber freuten.
Anschließend ging es noch rund 1,5 Stunden weiter bis hinter Lövvik, wo wir an einem Fjord (?) unser Nachtlager aufschlugen.
Gekocht wurde nicht mehr, wer wollte, aß ein Brot.
Gegen eins waren wir in den Schlafsäcken, als gerade die Sonne wieder aufgehen wollte, obwohl es ja eh nicht dunkel war.



Montag 30.06.2008

Gegen 9 Uhr erwachten wir alle nacheinander.
Dann hieß es erst mal ab in die riesige „Badewanne“. Es kostete einiges an Überwindung, aber anschließend fühlten wir uns frisch und wach und machten uns nach einem ausgiebigen Frühstück wieder auf die Reise.
Wir fanden wieder zur Autobahn zurück und folgten dieser durch Umeå, verfuhren uns kurz vorher in Örnskölsvik und versuchten verzweifelt mit zwei verschiedenen EC-, einer Kreditkarte zu tanken, allerdings nahm der Automat erst Hünis Visacard und stoppte dann, als der Tank erst ¾ voll war, eigenartig.
Gegen 16 Uhr legten wir eine Mittagspause ein und kochten auf einem schönen Rastplatz Chili con carne. Nach den 14% Fleisch suchen wir immer noch.
Die weitere Reise verlief ruhig. In Piteå gabs tatsächlich die Gastankstelle aus dem Internet, aber scheinbar können die Schweden CNG und LPG nicht unterscheiden: an der Zapfsäule stand Motorgas (schwedisch für Autogas), an der Preistafel stand jedoch Fordonsgas (schwedisch für Erdgas), allerdings war hierfür keine Zapfsäule zu finden. Die Dame an der Kasse wusste noch nicht mal, dass es verschiedene Gase gibt. Aber Auto fuhr, schien also richtig gewesen zu sein.
In Luleå verließen wir schließlich die Autobahn und fuhren eine Landstraße Richtung Jokkmokk. Unterwegs änderte sich das Wetter und es traten plötzlich riesige Nebelfelder auf und es wurde merklich kälter.
Kurz nach der Grenze Lapplands begegneten uns die ersten Rentiere, mitten auf der Straße.
Gegen 22:30 Uhr erreichten wir den Polarkreis. Dort mückte es ziemlich. Wenige Minuten später erreichten wir Jokkmokk.
Wir entschieden uns den Ort zu verlassen, einige Kilometer in Richtung Kvikkjokk zu fahren und uns einen Schlafplatz zu suchen.
Diesen fanden wir auch schnell, merkten allerdings schon beim Kothenaufbau, dass eine stark ausgeprägte Mückenpopulation vor Ort existierte.
Es war bereits 1 Uhr, als wir ins Bett gingen, nachdem wir ohne Erfolg versucht hatten die Mücken mit einem Feuer auszuräuchern.
In der Kothe war es jedoch zunächst ziemlich Mückenfrei, sodass wir mit Mückenhut schlafen konnten. Gegen drei oder halb vier standen die ersten wieder auf, da dass Gesumme und Gesteche der Mücken nicht auszuhalten war. Man versuchte es mit Feuer, Mygga usw.. Ollum und Christiane gingen irgendwann in den Bulli und nachdem nahezu alle Mücken kaputt gemacht waren, ließ es sich einigermaßen schlafen. Mozi, Pille und Falk versuchten draußen zu schlafen, aber die Mücken waren stärker. Nur Hüni hielt es bis zum Morgen im Zelt in seinem Biwaksack aus.



Dienstag 01.07.2008

Nach der mehr oder weniger durchgemachten Nacht, fing es morgens ziemlich an zu regnen und es regnete und regnete und regnete.
Als wir schließlich beschlossen die Kothe etc. nass zu verpacken, kam die Sonne raus. Es zeigte sich, dass es die Mücken sogar im Regen schön fanden und Pille, Christiane und Falk hatten es besonders schlimm abbekommen.
Als wir zurück nach Jokkmokk fuhren um einzukaufen, war es warm und sonnig.
Als wir jedoch unser Frühstück am See auf einem Rastplatz kurz hinter Jokkmokk, grade zur Hälfte beendet hatten, kam ein Platzregen vom allerfeinsten herunter. Wir saßen grad wieder draußen, als das Spiel von vorne losging.
Wir fuhren unserem endgültigen Ziel Kvikkjokk entgegen und es regnete und regnete und regnete. Als die Straße endete, regnete es immer noch und wir warteten erst mal ab.
Als der Regen nachließ, sahen wir uns ein wenig um. Es gab einen großen Wasserfall direkt in der Nähe und der Kungsleden, der Königspfad, führte direkt am Parkplatz vorbei.
Wir holten ein paar Infos zum Wetter in der Fjällstation ein, es sollte besser werden.
Dann machten wir uns ans Packen. Das ganze dauerte gute drei Stunden. Unsere Abendmahlzeit nahmen wir noch am Parkplatz ein, Hacksteak aus der Dose.
Gegen halb neun machten wir uns auf den Weg ins Abenteuer über den Kungsleden. Wir merkten schnell, dass es ein solches werden sollte: der Wanderweg bestand zum Großteil nur aus Bächen und großen Pfützen, durch die man gehen, oder die man umgehen musste durch moosig, sumpfiges Gebiet.
Also von unten waren wir alle schnell nass, und dann kam das Wasser von oben.
Wer jetzt denkt, die Mücken würden sich bei solch einem Wetter verflüchtigen, der irrt. Die Viecher waren noch zahlreicher als am Parkplatz. Nach zwei Stunden wandern wollten wir den ersten Schlafplatz ansteuern, entschieden uns dann jedoch noch ein Stück weiter zu gehen. Wir fanden ein nettes Plätzchen mit Seeblick und schafften es das Zelt beinahe Mückenfrei aufzustellen und eine relativ ruhige Nacht zu verbringen.



Mittwoch 02.07.2008

Wir schliefen aus und wurden nur von wenigen Mücken gestört. Die Sonne knallte und trocknete die Kothe, die den nächtlichen Regen zum Teil rein gelassen hatte. Sobald man jedoch das Zelt verließ, stand man wieder in einem Kreis aggressiver Mücken.
Wir packten also erst unsern Kram, frühstückten dann unser Müsli in der Kothe und machten uns nach deren Abbau gegen 15 Uhr weiter auf den Weg.
Der Weg selber war angenehmer zu begehen und trockener wie am Vortag, allerdings nahm die Mückenplage zu und die gute Laune stark ab.
Nach ca. 1,5 Stunden machten wir eine Pause mit Lagebesprechung. Die schlechte Stimmung durch die Mückenplage führte so weit, dass der Wunsch im Sarek weiter zu wandern, dem Wunsch nach Mittelschweden zu fahren und da sein Glück zu versuchen weichen sollte. Zwar war es schade und ärgerlich, den weiten Weg und die damit verbundenen Kosten in Kauf genommen zu haben, aber der Wunsch nach einer entspannten und einer Fahrt die Spaß macht überwiegte.
Nach einem kleinen Mittagessen in Form von Chinanudeln machten wir uns an den Abstieg. An einer rutschigen Stelle eines Tümpels, rutschte Christiane aus und landete mit dem rechten Knie auf einem im Wasser verborgenen Stein. Nach kurzer Begutachtung hieß es, Zähne zusammen beißen und so schnell es eben möglich zum Auto zurück. Zwischendurch immer wieder Stopps und warten, bis nach knapp vier Stunden schließlich auch Christiane und Smeagol am Auto angekommen waren.
Nach etwas kramen und packen ging’s Richtung Jokkmokk zurück.
Es wollte sich aber kein gescheiter Schlafplatz finden lassen, sodass man sich entschied zumindest schnell im eiskalten See baden zu gehen. Schnell stimmte, aber eiskalt war gar kein Ausdruck.
Um kurz vor zwei (nachts!), als gerade die Sonne wieder aufging (dunkel wars ja eh nicht), versuchten wir erneut unser Glück mit dem Schlafplatz. Allerdings war entweder alles überfüllt, sei es mit Campingwagen oder Mücken oder sonst wie ungeeignet.
Schließlich fuhren wir um vier Uhr einen Parkplatz an, da Ollum die Augen nicht mehr offen halten konnte. Die Schlafenden verteilten sich im Bulli und draußen, möglichst geschützt vor Mücken.



Donnerstag 03.07.2008

Irgendwann knallte die Sonne auf die Schlafplätze und man verlegte diese in den schützenden Schatten hinterm Bulli.
Als um halb zehn alle aufgewacht waren, ging ein bisschen Wind (der die Mücken vertrieb) und der Himmel leuchtete strahlend blau. Allerdings wollten uns überdimensional große Stechviecher ärgern, sodass wir beschlossen einen schöneren Frühstücksplatz zu suchen.
Da wir einen anderen Weg nach Piteå zurück nahmen, kamen wir an dem Naturreservat Storforsen, eine riesige Wasserlandschaft mit kleinen Bächlein, größeren Wasserläufen und einem reißenden Wasserfall, vorbei.
Nachdem wir uns das Spektakel angesehen und fotografiert hatten, frühstückten wir noch und fuhren dann weiter.
Wir fuhren ein paar Stunden, dann bog Smeagol zu einem ausgeschilderten Badeplatz ab, da wir alle von Kopfschmerzen geplagt waren (es roch mal wieder nach Gas) und eine Pause benötigten.
Der Platz lag direkt am Meer, jedoch hielt nur Christiane ihre Füße eine Weile in die Ostsee. Smeagol versuchte zu schlafen, um seine mittlerweilige Migräne auszukurieren, was jedoch erst nach Ibu, Kopfmassage und etwas Tortellini mit Käsesoße half.
Gegen 18 Uhr fuhren wir zurück zur E4. Irgendwann wurden wir plötzlich, ohne Vorwarnung von der Autobahn geleitet, um eine über 100 km lange Umleitung zu fahren. Mysteriös war, dass egal wie schnell oder langsam wir fuhren ein silbernen Wagen hinter uns blieb. Wir dachten schon an Polizei in Zivil oder dergleichen, bis sie endlich überholten.
Als es begann zu dämmern, begann der Gasgeruch schlimmer zu werden (wir hatten in Piteå noch mal Gas getankt). Wir fuhren einen Rastplatz an, wo wir auf einen Viersener trafen, der eine drei- bis viermonatige Skandinavientour macht. Wir unterhielten uns ein wenig und erhielten den Tipp im Skuleskogens Nationalpark zu wandern. Dort sollte es Grotten, eine tiefe Schlucht, Strand etc. zu sehen geben.
Nach kurzer Fahrtzeit kamen wir an, bauten die Kothe im Wald auf, aßen nochmals Chinanudeln und verbrachten eine ruhige Nacht.



Freitag 04.07.2008

Wir schliefen mal wieder sehr lange (11:30 Uhr), da unser Tag- / Nachtrhythmus ziemlich durcheinander zu sein schien.
Nach dem Zeltabbau gab es ein leckeres Frühstück (zur Abwechslung mal Müsli und Dosenbrot ;-)) und dann wurde für eine Drei- bis Viertagestour durch den Skuleskogens Nationalpark gepackt. Das dauerte mal wieder länger.
Den Parkranger sahen wir schließlich auch noch und er notierte unsere Personenzahl, wofür auch immer.
Gegen halb vier konnten wir dann endlich los. Wir waren noch keine 10 Minuten unterwegs, als das heiße, sonnige Wetter in Sturm mit etwas Regen umschlug. Die Strandbesucher kamen uns deshalb auch alle wieder entgegen.
Als wir den Strand erreichten, hatte es auch schon wieder aufgehört und die Sonne kam wieder raus.
Wir wanderten und mussten immer wieder auf die Frau mit den kaputten Füßen warten (Christiane ist gemeint, ne andere Frau war ja auch nicht dabei ;-)). In Fjälludden, einem nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbarem Feriendörfchen (?), machten wir eine Pause und füllten unsere Trinkflaschen mit frischem Bachwasser um uns dann durch Kiefernwälder und am Strand entlang zu der kleinen Insel Tärnettholmarna zu begeben.
In der dortigen Hütte ließen wir uns nieder. Leider kam ein Boot und verweilte den ganzen Abend am Anleger. Wir ließen uns jedoch davon nicht stören und kochten, sangen und machten oben auf dem Felsen ein Feuer. Pille und Mouz testeten in der Nacht die Betten der Hütte, Hüni den Fußboden, Falk zog den Felsen vor und Ollum und Christiane den Kiesstrand.



Samstag 05.07.2008

Die Nacht blieb trotz einiger Regenwolken trocken. Dennoch hatte die Sonne es morgens schwer sich durchzusetzen. Es ging ein frischer Wind, was das Baden nicht unbedingt angenehm machte.
Gegen 15 Uhr ging es auf zur nächsten Etappe.
Da Ollum etwas vergessen hatte, blieben er und Christiane zurück und gingen dann hinter den anderen her. Da diese aber offensichtlich nirgendwo warteten, gingen die beiden den vereinbarten Weg zum Tärnättvattnen zur Hütte. Sie wunderten sich, dass die anderen jedoch noch nicht da waren. Spaziergänger berichteten, die Meute unten auf dem Weg gesehen zu haben, wonach diese seltsamerweise hinter den anderen gewesen sein müssten. Und tatsächlich, wenige Minuten später kamen sie auch. Wie sich herausstellte, hatten sie in der Hütte vor der Insel gewartet, an der die anderen jedoch nicht vorbei gegangen waren.
Nach kurzer Verschnaufpause mit der Feststellung, dass die Hütte bereits belegt war, machte man sich ohne Gepäck zur Besichtigung der Grotte auf.
Der Weg war sehr felsig, aber vom steinigen Hochplateau hatte man einen herrlichen Blick über die Wälder, die Küste und die vorgelagerten Inseln.
Die Grotte an sich war zwar ganz nett, aber keine wirkliche Attraktion.
Bei Rückkehr zur Hütte, hatten sich bereits zwei weitere Wanderer niedergelassen und grillten ihre Würstchen. Der See und die Umgebung waren zwar sehr schön, da sich der Himmel jedoch sehr zuzog, und wir ohne Zelt unterwegs waren, entschied man sich, die eigentlich für den nächsten Tag geplante Etappe zur Skrattaborrtjärn Hütte in Angriff zu nehmen.
Der weg führte über einige Kalottberge, durch die sehr eindrucksvolle, 200 Meter lange, 40 Meter tiefe und 7 Meter breite Felskluft Slåtterdalsskrevan, Berg rauf, Berg runter. Die Sonne kam raus und bescherte uns wundervolle Aussichten auf die Küste.
Als wir die Hütte erreichten, war diese natürlich schon belegt. Die Schweden boten jedoch an, dass wir bei Regen jederzeit reinkommen könnten.
Wir machten ein Gnitsenvernichtungsfeuer, kochten Spätzle mit Champignonsoße und hielten die Schweden durch unsere Gesangseinlagen bestimmt vom Schlafen ab.
Falk zeigte Mouz und Pille, wie man aus einem Holzscheit am einfachsten einen Löffel herstellt. Damit waren die drei bis zum Schlafengehen beschäftigt.
Die Nacht war mit 5°C ziemlich eisig, aber außer Hüni fror niemand.



Sonntag 06.07.2008

Um kurz vor neun wurden wir unsanft geweckt, da es begann zu nieseln. Wir wollten den Schauer abwarten und deckten uns mit Ponchos zu.
Da der Regen aber nicht nachließ, quälten wir uns aus den Schlafsäcken und brachten unsere nassen Sachen ins Trockene.
Schließlich setzte die Sonne sich doch durch und wir konnten draußen frühstücken.
Die Trödelbande benötigte anschließend mal wieder länger zum aufräumen und packen, heizte dafür aber umso schneller den Berg nach Käl zum Auto zurück, hinunter.
Die Reise nach Mittelschweden ging zunächst in Richtung Sundsvall weiter.
Wir fuhren mehrmals ausgeschilderte Rastplätze mit Badeplatz an, mussten aber jedes Mal feststellen, dass die Badeplätze direkt an einem Campingplatz lagen. Außerdem war es ziemlich kalt und windig.
Als dann aber doch der große Hunger kam, machten wir rast und kochten Milchreis.
Als nächsten Halt peilten wir den Rastplatz Hagsta an, in der Hoffnung unseren Wassersack wiederzubekommen, den wir vor einer Woche hier vergessen hatten. Leider erfreut sich wohl schon jemand anderes dran.
Wir fuhren noch ein gutes Stück weiter, da wir allerdings noch 200 km bis Arvika zu fahren hatten, entschlossen wir uns, noch eine Übernachtung zu machen.
Es ließ sich mal wieder kein geeigneter Schlafplatz finden und dann begann es auch noch zu regnen.
Irgendwann war es uns dann egal wo wir schliefen und bauten die Kothe auf einem belebten Rastplatz auf.
Da wieder Hunger aufkam, gab es noch ne Ladung Chinanudeln (es war ja auch erst halb zwei;-))



Montag 07.07.2008

Es regnete die Nacht durch und hörte auch nicht auf, als wir aufbrachen.
Wir schliefen mal wieder lange bis auf einige kurze Unterbrechungen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter Richtung Süden. Und tatsächlich besserte sich das Wetter langsam und irgendwann hörte es auch auf zu regnen.
Wir fuhren einige Zeit durch Orte wie Filipstad und Karlstad und dann ging es ab auf die regionalen Schotterpisten. Dem ein oder anderen Magen bekam die Fahrt nicht allzu gut.
Wir erreichten schließlich unser Ziel, den Limmen. Schnell war ein Schlafplatz auserkoren und die Kothe aufgebaut. Und genauso schnell war sie auch wieder abgebaut und verpackt, da uns die Gnitzen schon wieder in den Wahnsinn trieben.
Wir fuhren also noch eine gute Stunde weiter durch die Walachei, durch Dörfer, die es vor 20 Jahren nicht gab, oder die laut Karte anders hießen.
Das zweite Ziel war eine kleine Bucht am Västra Silen, wo es nur wenig mückte und gnitzte.
Da es geregnet hatte, hatten wir erhebliche Probleme ein Feuer zu entzünden, da sämtliches Holz feucht bis nass war.
Parallel wurde gekocht (Reis-Tomate-Hackfleisch) und von Hüni die Wassertemperatur getestet.
Den Abend gestaltet jeder anders: der eine ging früh schlafen, der andere spielte Gitarre und einige nahmen ein nächtliches Bad oder wuschen Wäsche.



Dienstag 08.07.2008

In der Nacht war Hüni vor dem schnarchenden Smeagol nach draußen geflüchtet.
Der beginnende Tag versprach etwas Sonne. Perfekt um sämtliche Wäsche zu waschen und zu schwimmen. Leider war die Sonne gegen Mittag auch schon wieder weg und es windete etwas.
Hüni und Smeagol fuhren nach Årjäng, um Angebote für Kanus einzuholen, die anderen hielten die Stellung.
Den Rest des Tages wurde rumgegammelt, Fotos gemacht, und erkundet, ob die nahe liegenden Felsen sich als Sprungfelsen eignen würden. Scheinbar taten sie es nicht und Mozi, Pille und Hüni kamen mit ihren T-Shirts auf dem Kopf zurück geschwommen.
Da Smeagol und Hüni vom einkaufen Kötbullar mitgebracht hatten, gab es diese mit Reis und Curryrahmsoße. Hmm, lecker.
Geschlafen wurde früh, da man früh aufstehen wollte.



Mittwoch 09.07.2008

Der Wecker klingelte zu ungewohnter Zeit, und darauf reagieren wollte eigentlich niemand. Schließlich überwand sich dann doch der erste, denn schließlich wollten wir ja nicht erst am Spätnachmittag in Årjäng Kanus leihen.
Das Wetter verhieß einen wunderschönen Sommertag.
Nachdem wir ausgiebigst gefrühstückt hatten, alles Material trocken und verpackt war, fuhren wir nach Årjäng zum Campingplatz um Kanus zu leihen.
Der Platzwart war scheinbar etwas verwirrt, 1. wollte er plötzlich eine ganz andere Leihgebühr als gestern (wir machten ihn darauf aufmerksam und er nahm alles zurück), nahm dann Geld für zwei Boote, gab aber drei Schlüssel raus (nachdem alles in zwei Boote passte, brachten wir den dritten zurück) und vergas dann die Rechnung und brachte sie hinterher.
Als die Boote beladen waren (mit einigem Tiefgang) ging es los. In dem einen Boot saßen Mozi, Pille und Hüni, wobei es ziemliche Koordinationsschwierigkeiten mit einer Person zu geben schien, das andere Boot war von Christiane, Smeagol und Falk besetzt.
Der Västra Silen war ruhig und die Sonne knallte und die Kanus machten ordentlich Fahrt.
Nachdem wir gut 10 km und einige Zeit gefahren waren, versuchten wir mehrmals Windschutzhütten als Übernachtungsstätten anzufahren, hatten aber wieder Pech, dass andere vor uns da waren.
Schließlich liefen wir eine kleine Felseninsel mit fünf Bäumen an, mit Anbindung ans Festland.
Wir genossen die Sonne, gingen schwimmen und kochten schließlich furchtbare Kohlrouladen mit Knödeln auf dem Feuer. Nicht jedem Magen (eigentlich keinem) bekam das Essen.



Donnerstag 10.07.2008

In der Nacht hatte der Wind nachgelassen und der See lag spiegelglatt da. Beim Frühstück frischte er jedoch wieder auf und es gab leichten Wellengang.
Nachdem die Boote beladen waren fuhren wir los. Schon bald merkten wir, dass das paddeln anstrengender würde als am Vortag.
Die Jungs erspähten einen Sprungfelsen und Pille und Mouz testeten die Tiefe und sprangen ein bis zwei Mal.
Die Fahrt ging weiter und die Wellen wurden so heftig und hoch, dass Kentergefahr bestand und das Wasser teilweise in die Kanus schwappte und wir Wasser schöpfen mussten. Die Insel die wir anpeilten schien nicht näher kommen zu wollen und wir nahmen unsere letzten Kraftreserven in Anspruch. Wir erreichten die Insel schließlich doch. Smeagol, Falk und Christiane mussten allerdings lange auf die anderen warten, und waren schon auf dem Weg die verloren gegangenen zu suchen, als diese um die Ecke kamen.
Die Insel war ziemlich gut besucht, zum Teil mit DPSG aus Duisburg, und wir übernahmen den Platz von einem deutschen Paar und brachten erst mal unsere nassen Sachen ans trockene Land.
Als die Kothe stand und alle sich etwas entspannt hatten, entschlossen Pille, Mouz und Hüni zum gegenüberliegenden Ufer zu paddeln, um die Sprungfelsen zu testen. Da Hüni jedoch nicht an seinem Platz saß und während der Fahrt sich neben Mozi platzieren wollte, geriet das Kanu ins wanken und kenterte dann in Zeitlupe.
Nachdem die anderen genug gelacht hatten, machten sie das andere Kanu klar und Smeagol fuhr als Rettungsboot (zumindest für Kamera, Geschirr und Schuhe) hin, während die drei Unglücksraben das Boot zurückschleppten. Sie entschieden sich dann gegen die Felsen und für ein paar trockene Klamotten und Nudeln mit Schinkensoße.



Freitag 11.07.2008
In der Nacht begann es zu regnen und das große Krabbeln in die Kothe begann, wo bisher nur Ollum und Christiane gelegen hatten. Man schlief danach noch lange.
Zum Frühstück gab’s Müsli mit (durch starken Wellengang) eingedickter Milch.
Nach einigem kramen und packen bestiegen wir wieder die Kanus und fuhren weiter den Västra Silen hinunter, immer die Regenwolken im Blick.
Anfangs tröpfelte es leicht, hörte dann aber auf und es ging kaum Wind, sodass wir gute Fahrt machen konnten.
An der Inselkirche legten wir kurzzeitig an. Als wir dann weiter fuhren, nahm der Wind und auch die Regenwolkenwand zu und es dauerte nicht lange, bis wir in einen dicken Schauer gerieten, unser Ziel, eine kleine Insel am Ende des Västra Silen, bereits im Blick.
Als wir anlandeten, war es bereits wieder trocken, nur wir waren klatschnass.
Wir befanden die Insel nach der ersten Begehung für gut und ließen uns nieder.
Wir aßen relativ früh (Kartoffelpü mit Mais, Erbsen und Cabanossi) und saßen dann noch am Feuer, während Mozi schon schlief. Am nahe gelegenen Campingplatz ging die Post ab und in regelmäßigen abständen fuhren Kajaks vorbei, sodass man Schwierigkeiten hatte zum Klo zu gehen.



Samstag 12.07.2008

Die Nacht und der Morgen waren zum Teil windig und regnerisch, aber gegen 12 Uhr mussten wir dann doch mal aufstehen. Die ersten Kanus vom Campingplatz Silverlake umkreisten auch schon wieder die Insel.
Nach den üblichen morgendlichen Ritualen wurden die Kanus grob beladen, und wir paddelten die 500 Meter zum gegenüberliegenden Ufer. Dort nahmen zuerst Falk, Smeagol und Christiane ihr Boot aus dem Wasser um es ca. 1,5 km über Land in den Lelång zu schieben.
Wir fanden einen schönen Badeplatz mit Steg und Sprungturm vor.
Es dauerte noch eine Weile, bis auch Hüni, Pille und Mouz ihr Kanu über den Landweg (und mit abenteuerlicher Draisinenfahrt) am Strand hatten.
Wir beschlossen den Badeplatz noch zu nutzen und schwammen und sprangen noch einige Zeit. Danach gab’s eine ordentliche Brotmahlzeit und dann machten wir die Kanus startklar, um noch ein Stück den Lelång zu befahren.
Seid wir von unsere Schlafinsel weggefahren waren, hatte es nur einmal kurz geschauert und das Wetter schien zunächst schön zu bleiben.
Wir ließen einige kleiner Inseln hinter uns, kamen dann zu einer großen und wollten diese umrunden. Allerdings gab es ein Kommunikationsproblem, sodass die beiden Boote sich verloren und Smeagol, Falk und Christiane längere Zeit auf der Suche nach den anderen um die Insel fuhren, ehe sie diese, kurz vor dem großen Regen, entdeckten. Die drei hatten Sprungfelsen entdeckt und wollten die Nacht dort verbringen.
Das Wetter wurde also zunehmends schlechter und in der Ferne grummelte es und der erste Schauer kam herunter. Anschließend wurde es wieder netter, Hüni sprang vom Felsen, Christiane sammelte Blaubeeren und der Rest kochte Lauchcremesuppe mit Spätzle.



Sonntag 13.07.2008

In der Nacht regnete es kaum, dafür wurde es morgens umso schauerlicher. Wir blieben lange liegen und frühstückten in der Kothe.
Als das Barometer endlich Aufwärtstrend anzeigte und der Regen aufgehört hatte, packten wir zusammen und fuhren weiter.
Wir hatten wieder Ärger mit dem Wind, der diesmal von der Seite drückte. Schließlich bogen wir in den Sund Richtung Schleuse zum Västra Silen ein, wo wir zunächst Rücken- und dann gar keinen Wind mehr hatten.
An der Schleuse war viel Betrieb. Wir suchten zunächst eine gute Stelle wo wir die Boote aus auf dem Wasser nehmen konnten, da uns die Schleusengebühr zu teuer war. Der „Hafen“ verfügte über eine solche Rampe, allerdings erwies es sich als etwas schwieriger auf der anderen Seite einen Platz zum reinsetzen zu finden. Wir mussten einen größeren Umweg machen, was Hüni jedoch die Möglichkeit gab Hönökakanachschub zu besorgen, welches wir am Anleger sogleich zum Teil verzehrten. Nach dieser etwas längeren Pause setzten wir unsere Fahrt durch den Sund fort.
Schließlich gelangten wir wieder in den Västra Silen, wo der Wind wieder deutlich zunahm. Wir umrundeten mehrere Inseln auf der Suche nach einem Schlafplatz, waren aber wieder mal zu spät. So kreuzten wir den Västra Silen zum anderen Ufer und fuhren dort in einen Fjord, hatten aber zunächst auch kein Glück. Nach mehrmaligem ein- und aussteigen fanden wir dann doch eine nette kleine Landzunge zum übernachten.
Da die Sonne so herrliches Licht warf und das Wasser noch warm war, gingen alle noch schwimmen und bauten dann erst die Kothe auf.
Zum Essen gab es die halbe Portion Reis süß-sauer (die andere Hälfte war im Feuer gelandet, als der Topf umkippte) und anschließend Grießbrei.



Montag 14.07.2008

Als wir aufwachten knallte die Sonne bereits auf die Kothe und machte daraus eine Sauna.
Nach dem Frühstück gammelten alle noch etwas rum, da kein Zeitdruck herrschte und es außerdem schien, als wenn der Wind draußen auf dem Västra Silen stärker wehen würde.
Irgendwann machten wir uns dann doch auf den Weg und mussten anfangs gegen den Wind paddeln, drehten dann aber und hatten Seitenwind und Seitenwellen, die uns zum Festland drückten und außerdem das Boot mal wieder unter Wasser setzten. Wir fuhren deshalb nur wenig und landeten hinter unserer ehemaligen Felseninsel an der Schutzhütte an.
Die Sonne knallte noch immer und Smeagol, Hüni und Mozi hatten die grandiose Idee kentern zu gehen. Sie nannten es Fahrsicherheitstraining. Sie hatten allerdings nicht mit der Strömung durch den Wind gerechnet und trieben stark ab. Sie hatten Mühe zurück zur Bucht zu kommen, sodass Smeagol zum Ufer schwamm und das andere Kanu holte und Falk sich ins Wasser wagte und half, während Pille und Christiane vom Land aus beobachteten und sich für alle Eventualitäten bereithielten. Schließlich schafften es doch alle samt Kanus ans sichere Ufer.
Der restliche Tag wurde wieder gegammelt, Gitarre gespielt, Feuer gemacht und Blaubeeren gesammelt.
Zum Essen gab es Spirellis mit Tomaten-Käse-Soße und anschließend Milchreis.



Dienstag 15.07.2008

Der neue Tag schien wenig erfreulich zu werden. Der Wind hatte nochmals angezogen und es herrschte ziemlicher Wellengang, sodass sich die Wellen bereits draußen auf dem See brachen. Außerdem hatte Christiane eine dicke Backe, vermutlich ein nicht lokalisierbarer Insektenstich.
Nach getrödeltem Frühstück und packen, nahmen wir den Kampf mit den Wellen auf. Aus der Bucht raus hatten wir Gegenwind und die Wellen ließen die Kanus nur so aufs Wasser knallen.
Nach einer kleinen, aber nicht ungefährlichen Wende in Fahrtrichtung hatten wir Seiten- bis Rückenwind und wurden ordentlich durchgeschaukelt und nass gemacht. Der Wasserpegel im Boot stieg, obwohl wir regelmäßig raus schöpften.
Aber Smeagol wusste den Wind auch zu nutzen und spannte den Poncho als Segel, sodass ganz gut Fahrt gemacht wurde.
Nach wenigen Kilometern hatten wir unser Tagesziel; die uns bekannte Bucht mit Sandstrand, einigermaßen gut erreicht.
Dann war wieder Kothe aufbauen angesagt, denn die hatte wieder gut eingeschwapptes Wasser gezogen.
Es stand das übliche Tagesprogramm an: schwimmen, Feuerholz holen, gammeln, Feuer machen und kochen. Es gab Reis mit Ragout Fin, mit richtigen Fleischstückchen.



Mittwoch 16.07.2008

Wir hatten uns vorgenommen früh aufzustehen um zum Campingplatz zurück zu paddeln und noch genug Zeit zu haben ein Stück zu fahren und eine kleine Tour zu machen, leider vergaß aber jemand den Wecker zu stellen, sodass der letzte erst um 11 Uhr aus dem Schlafsack kroch.
Der Wind hatte über Nacht wieder zugenommen, sodass uns ähnliches wie gestern bevorstand.
Aus der Bucht heraus war es wieder anstrengend, da der Wind uns entgegen wehte. Draußen auf dem See wurden wieder etwas durchgeschaukelt, als der Campingplatz in Sicht kam, beruhigten die Wellen sich jedoch.
Wir benötigten etwas länger auf dem Campingplatz, bis wir gepackt, alles abgegeben und der ein oder andere eine kalte Dusche genommen hatte.
Bei einem Blick auf die Schwedenkarte hatten wir einen kleinen Nationalpark, den Trestiklan, entdeckt, der sich prima für eine Zwei-Tages-Tour geeignet hätte. Im Touristenbüro in Årjäng gab es jedoch kein Infomaterial, da der Nationalpark zur Kommune Bengtsfors gehörte. Im dortigen Touristenbüro sollte es aber Karten geben.
Also fuhren wir nach Bengtsfors, wo wir nach kurzem suchen auch das Touristenbüro fanden. Unterwegs hatten wir die Gelegenheit eine Elchkuh mit zwei Jungen zu beobachten.
In Bengtsfors gaben uns zwei Deutsche gute Auskünfte, schlugen aber noch einen anderen Nationalpark, den Torreskog, vor. Dieser lag ganz in der Nähe und eignete sich besser zum Rundwandern.
Wir entschieden uns für den Torreskog und wollten uns direkt auf den Weg machen. Vorher verabschiedete sich jedoch noch das Auspuffkrümmungsrohr, sodass wir ab dann mit ziemlicher Lärmbelästigung fahren mussten.
Eine halbe Stunde später erreichten wir die Kirche in Torreskog, von wo aus wir starten wollten. Zuvor packten wir und kochten anschließend Nudeln mit Spinat und Spirellis mit Kräutersoße. Mmhh, lecker. Dann ging es voll gepackt los.
Der Weg war viel versprechend, sehr dicht bewachsen, mit Erdbeeren, Himbeeren und Blaubeeren am Wegesrand. Wir liefen durch Timberjackspuren, über Felsenlandschaften und moosige Moore und kamen schließlich zum Rötjärn, einem See mit zwei Schutzhütten.
Der volle Mond ging gerade auf und ließ uns tolle Bilder machen. Die Hungrigen unter uns pfiffen sich noch ein paar Chinanudeln rein.
Smeagol und Christiane bauten sich eine Hundehütte, der Rest schlief im Windfang.



Donnerstag 17.07.2008

Die Sonne ging schon sehr früh auf und kündigte einen herrlichen Tag an.
Die Herrschaften waren schon vor dem Wecker wach und planschten im See. Als der Wecker ging kamen auch Smeagol und Christiane aus ihrer Hundehütte gekrabbelt.
Zum Frühstück gab’s mal wieder Müsli, wer wollte mit selbst gepflückten Blaubeeren.
Die Jungs (außer Smeagol) überlegten nach dem Packen noch ein paar Mal vom Felsen zu springen und hatten ihre Freude daran. Mozi biss unter Wasser in einen Baumstamm und sprang danach nicht mehr.
Wir wanderten weiter durch die Wildnis Richtung Bergerud, vorbei an einer alten Soldatenkate von 1708. Weiter ging’s nach Hågerud von wo wir auf einen Trampelpfad nach Ramsbyn einbogen.
Auf einer Hochebene machten wir eine längere Rast mit Brotzeit, Entspannung und Himbeeren sammeln.
In Ramsbyn ging’s ein Stück über die Landstraße und dann wieder ins dichte Gemüse.
Bei Kesnacken gab es einen Brunnen, an dem wir unsere Trinkwasservorräte wieder auffüllten und Hüni und Mozi die Gelegenheit zur Wasserschlacht nutzten.
Hinter Lintjärn ging es auf- und abwärts, aber der Weg ging leider nicht so nah an dem See vorbei, dass wir dort hätten übernachten können.
Also schmissen wir die geplante Route über den Haufen und bogen nach dem Bäcketjärnshöjden links Richtung Lelång ab und steuerten die Badestelle an.
Zwar war an dieser campen verboten, da wir aber ohne Zelt schlafen nicht als campen bezeichnen, beschlossen wir dort zu bleiben. Hüni und Falk sprangen noch mal ins Wasser, dann wurde Panna mit Speck gekocht. Und weil die Jungs davon natürlich nicht satt zu kriegen waren, gab es erst noch Griesbrei, dann Milchreis und anschließend Chinanudeln.



Freitag 18.07.2008

Schon früh ging die Sonne wieder auf, aber nach kurzem Blick zum See (die Entenmama inspizierte ein Taschentuch und Falks Rucksack, als dieser auf der Toilette war) schliefen wir noch etwas.
Christiane war als erstes auf den Beinen und ging noch mal ein gutes Stück den Weg von gestern zurück, da sie ihren Poncho verloren hatte und vermutete, diesen an der Stelle, wo man auf dem Hintern unter einem Baum durchrutschen musste, zu finden. Nach einstündiger Wanderung kam sie ohne Erfolg zurück.
Wir beschlossen alle noch baden zu gehen, um möglichst sauber und ohne unangenehme Gerüche die Heimfahrt anzutreten.
Bis zum Auto war es nicht mehr allzu weit, sodass wir beschlossen erst dort zu frühstücken. Wir gingen über die Landstraße, den kürzesten Weg, da Christiane immer noch Schmerzen in den Füßen hatte.
Als wir dann am Auto endlich soweit waren frühstücken zu können, ging ein Schauer auf uns nieder, der erst endete, als wir mit dem Essen fertig waren.
Beginn der Heimreise mit röhrendem Auto um 13:10 Uhr ab Torreskog.
Die Fahrt verlief anstrengend aber wenig ereignisreich. Etwas Stau in Göteborg und etwas Suchen nach der dortigen Gastankstelle.
Um 23:30 nahmen wir in Helsingborg die Fähre nach Helsingør und erreichten dieses kurz vor Mitternacht.



Samstag 19.07.2008

Die Rückfahrt ging weiter. Smeagol fuhr noch durch Dänemark und auf die Fähre von Rødby nach Puttgarden. Auf der Fähre wurde entspannt und Kraft getankt.
Vor Abfahrt stellten wir fest, dass wir, nachdem wir in Helsingør bereits wieder Öl nachfüllen mussten, eine große Öllache an Board hinterließen und es außerdem mal wieder nach Gas roch.
Es half aber nix, da mitten in der Nacht keine Werkstatt offen hatte.
Um kurz nach eins musste Smeagol das Steuer dann doch Christiane überlassen, da er die Augen kaum noch offen halten konnte. Nach einem Tankstopp mit Kaffee fuhr Christiane auch noch ein Stündchen, musste aber dann auch anhalten, da es sich mit geschlossenen Augen schlecht fährt.
Nach einer Ruhepause übernahm Smeagol wieder.
Nach Tankstopp und mehreren Kaffeepausen erreichten wir um 7 Uhr Essen um Falk abzuliefern.
Es ging direkt weiter nach Köln, die A3 quoll förmlich über mit Holländern (mit Wohnwagen), von denen uns einer seelenruhig fast ins Auto fuhr. Zum Glück ging’s gut.
Nachdem auch Hüni abgeliefert war, nahmen wir die letzte Etappe nach Aachen in Angriff.
Gegen 9 Uhr wurde zunächst Mozi, anschließend Pille, zwar müde, aber ohne größere Sarekmückenmacken, wieder zuhause abgeliefert.




Fazit

Alles in allem war es eine gelungene und sehr abwechslungsreiche Großfahrt, die sicher noch lange im Gedächtnis bleibt. Insbesondere das sehr abwechslungsreiche Essen (Reis, Nudel, oder Kartoffelpü) ;-), das sehr beliebte Polarbrot (besser bekannt als Hönökaka gesponsert by Hüni), die verschiedenen landschaftlichen Vegetationen auf den knapp 6000 gefahrenen Kilometern, die Kanutour mit lustigen Kenterübungen, und vor allem Leberwurstbrot- und Bottroprülpsübungen werden uns noch lange positiv in Erinnerung bleiben.
Natürlich gibt’s keine Fahrt ohne negative Seiten. Im Nachhinein können wir aber herzlich über die knapp 1000 Mückenstiche, einen Zeckenbiss, mehrfach wundgelaufenen Füße einer einzelnen Dame, den herzhaften Biss in einen Baumstamm unter Wasser eines einzelnen Herren und insbesondere über den üblen Gasgeruch, der uns lange begleitete, lachen.
Auch die Verlustliste will hier erwähnt sein: über unseren neuen Wassersack freut sich jetzt ein anderer (vermutlich Wohnmobilbesitzer), über Pilles Sonnenbrille freuen sich die Fische, an Hünis Nüssen und Früchten hatten die kleinen Nager nachts besonderen Spass, mit Christianes Poncho spielt jetzt vielleicht irgendwelches Reh- oder Elchgetier, von der halben Portion Reis süß-sauer schien der Waldboden nicht sonderlich begeistert, dafür erfreute das abgefallene Auspuffkrümmungsrohr während der Heimreise unsere Ohren.
Ihr seht, alle die nicht dabei waren, werden sich in Nachhinein sehr ärgern über das, was sie verpasst haben. Tja selbst Schuld und Pech gehabt ;-)





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